Sicherheit

8 Anzeichen, dass Ihr Kind online gemobbt wird

Chris Kennedy
Veröffentlicht · 5 Min. Lesezeit
8 Anzeichen, dass Ihr Kind Opfer von Cybermobbing sein könnte
In diesem Artikel · 10 Abschnitte
  1. Das Wichtigste in Kürze:
  2. Veränderter Schlaf
  3. Depression
  4. Körperliche Beschwerden
  5. Verändertes Essverhalten
  6. Verlust des Interesses an Aktivitäten
  7. Ungewöhnliches Verhalten im Umgang mit Technik
  8. Geringes Selbstwertgefühl
  9. Probleme in der Schule
  10. Was mache ich jetzt?

Mobbing gab es schon immer, Cybermobbing ist dagegen ein relativ neues Problem. Da heute fast jeder Teenager rund um die Uhr Zugang zu einem Smartphone hat, kann Mobbing jederzeit und überall passieren – in sozialen Medien, auf Websites, auf Gaming-Plattformen und per Textnachricht. Weil es im Internet stattfindet, kann Cybermobbing sogar noch heftiger sein als Mobbing von Angesicht zu Angesicht. Hunderte Gleichaltrige können die Taten des Mobbers innerhalb von Sekunden sehen, und das Opfer hat das Gefühl, nicht entkommen zu können.

All das bedeutet, dass es für Teenager unglaublich schwer sein kann, sich Hilfe zu holen, wenn sie gemobbt werden – und für Eltern, die Anzeichen dafür zu erkennen. Betroffene schämen sich womöglich und zögern, sich an einen Erwachsenen zu wenden. Tatsächlich erzählen viele Kinder, die gemobbt werden, niemandem davon. Statistiken zeigen jedoch, wie verbreitet das Problem ist: Jeder zehnte Junge und jedes fünfte Mädchen wird online gemobbt.

Das Wichtigste in Kürze:

  1. Verbreitung und Folgen: Cybermobbing betrifft viele Teenager – jeden zehnten Jungen und jedes fünfte Mädchen. Weil es allgegenwärtig ist, kann es Gefühle von Ausweglosigkeit und Scham auslösen, die Teenager oft davon abhalten, Hilfe zu suchen.
  2. Körperliche und emotionale Anzeichen: Auffällige Veränderungen beim Schlaf, beim Essverhalten und körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen können auf Cybermobbing hindeuten. Depression, Angst und ein geringes Selbstwertgefühl sind häufige emotionale Reaktionen.
  3. Verhaltensänderungen: Nachlassendes Interesse an Aktivitäten, ungewöhnliches Verhalten im Umgang mit Technik und schulische Schwierigkeiten sind deutliche Warnzeichen. Betroffene Teenager meiden womöglich soziale Kontakte oder reagieren ängstlich auf Benachrichtigungen.
  4. Wie Sie reagieren: Cybermobbing begegnen Sie mit offenen Gesprächen ohne Vorwürfe. Vermeiden Sie Überreaktionen und vorschnelle Strafen; konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, Ihr Kind zu verstehen und zu unterstützen.
  5. Ein Unterstützungsnetz aufbauen: Ermutigen Sie Teenager, neben den Eltern weitere vertraute Erwachsene wie Lehrkräfte oder Verwandte zu benennen, mit denen sie über Cybermobbing sprechen können. Dieses Netz eröffnet zusätzliche Wege zu Unterstützung und Hilfe.

Veränderter Schlaf

Kinder haben vielleicht Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen oder schlafen sogar in der Schule ein. Andere gemobbte Kinder schlafen dagegen zu viel und kommen morgens kaum aus dem Bett. Wenn sie online gemobbt werden, können sie auch wieder anfangen, ins Bett zu machen.

Depression

Ihr Kind kann an Depressionen oder Ängsten leiden, wenn es gemobbt wird. Depression kann viele Formen annehmen, etwa tiefe Traurigkeit, Wut, extreme Erschöpfung oder Unruhe oder der Rückzug von Freunden und gewohnten Aktivitäten.

Körperliche Beschwerden

Cybermobbing kann eine ganze Reihe unangenehmer Gefühle auslösen: Stress, Nervosität, Scham und andere. All diese Gefühle wirken sich auch auf die körperliche Gesundheit Ihres Kindes aus. Ein gemobbtes Kind hat womöglich Kopf- oder Bauchschmerzen oder andere unerklärliche körperliche Beschwerden.

Verändertes Essverhalten

Manche gemobbten Kinder essen mehr als sonst, andere weniger. Besonders bei Mädchen im Teenageralter wird Mobbing mit Magersucht und Bulimie in Verbindung gebracht.

Verlust des Interesses an Aktivitäten

Wenn Ihr Kind früher begeistert in einem Verein oder bei einer Freizeitaktivität mitgemacht hat, jetzt aber nicht mehr aus dem Haus will, stimmt womöglich etwas nicht. Vielleicht geht es dem Mobber aus dem Weg oder schämt sich für etwas, das der Mobber getan hat.

Ungewöhnliches Verhalten im Umgang mit Technik

Wie verhält sich Ihr Kind normalerweise mit Handy oder Computer? Wenn Sie eine plötzliche Verhaltensänderung bemerken, kann das ein Zeichen für Mobbing im Netz sein – etwa wenn es viel weniger Zeit mit Technik verbringt oder ängstlich reagiert, sobald eine Benachrichtigung auf dem Smartphone erscheint.

Geringes Selbstwertgefühl

Kinder, die online gemobbt werden, haben ein geringeres Selbstwertgefühl als Kinder, die nicht gemobbt werden. Das kann sich in der Art zeigen, wie Ihr Kind spricht oder sich verhält.

Probleme in der Schule

Studien zeigen, dass gemobbte Schüler schlechtere schulische Leistungen erbringen und schlechtere Noten bekommen als nicht gemobbte. Betroffene beteiligen sich womöglich weniger am Unterricht und meiden alles, womit sie in der Schule auffallen könnten.

Ihr Kind weigert sich vielleicht sogar, zur Schule zu gehen. Eine Studie der Federal Commission on School Safety ergab, dass „über 60 % der Schüler, die Cybermobbing erlebt haben, angaben, dass es ihre Fähigkeit, zu lernen und sich in der Schule sicher zu fühlen, stark beeinträchtigt hat [und] … 10 % der befragten Schüler sagten, sie hätten im vergangenen Jahr mindestens einmal wegen Cybermobbing die Schule geschwänzt.“

Was mache ich jetzt?

Wenn Sie diese Anzeichen bei Ihren Kindern bemerken, setzen Sie sich für ein ehrliches Gespräch mit ihnen zusammen. Seien Sie dabei aber vorsichtig, denn manche Ihrer ganz natürlichen Reaktionen können Ihren Teenager abschrecken und die Lage verschlimmern. Versuchen Sie zu vermeiden, überzureagieren, wütend zu werden oder sofort zu bestrafen.

Hören Sie Ihrem Teenager stattdessen zu und zeigen Sie ihm Hilfsangebote, um dem Cybermobbing zu entkommen.

Da Teenager ihren Eltern oft nur widerwillig von Cybermobbing erzählen, ist es wichtig, dass sie auch eine Handvoll anderer Erwachsener haben, denen sie vertrauen. Sprechen Sie mit Ihren Teenagern über Cybermobbing und helfen Sie ihnen, eine Liste vertrauter Erwachsener zu erstellen – zum Beispiel Lehrkräfte, Schulberater, Tanten oder Onkel oder erwachsene Geschwister.

Fazit: Aufmerksamkeit und vorausschauende Kommunikation sind der Schlüssel, um Teenagern zu helfen, die Herausforderungen von Cybermobbing zu bewältigen. Weitere Einblicke und Hilfsangebote finden Sie in unserem Blog.

Weitere Quellen

Barrington, K. 2020, November 5. How Does Bullying Affect a Student’s Academic Performance? Public School Review. https://www.publicschoolreview.com/blog/how-does-bullying-affect-a-students-academic-performance.

Burnham, J.J., Wright, V.H. (2012). Cyberbullying: What Middle School Students Want You to Know. Alabama Counseling Association Journal. 38(1), 3–12. https://files.eric.ed.gov/fulltext/EJ990743.pdf.

Gordon, S. 2020, February 8. How Bullying Can Cause Eating Disorders. VeryWell Family. https://www.verywellfamily.com/bullying-linked-to-eating-disorders-460616.

Healio. 2015, June 22. Cyberbullying Linked to Depression in Adolescents.https://www.healio.com/news/psychiatry/20150622/cyberbullying-linked-to-depression-in-adolescents.

Hiduja, S. 2020, December 1. Federal Commission on School Safety.Cyberbullying.org. https://cyberbullying.org/federal-commission-on-school-safety.

Mayo Clinic. 2018, November 16. Teen Depression.https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/teen-depression/symptoms-causes/syc-20350985.

Megan Meier Foundation. 2018, October 10. Cyberbullying Resources.https://www.meganmeierfoundation.org/cyberbullying.

The Nemours Foundation. 2009, January 2. Cyberbullying. KidsHealth. https://kidshealth.org/en/parents/cyberbullying.html.

Stephens, M.M., Cook-Fasano, H.T., Sibbaluca, K. (2018). Childhood Bullying: Implications for Physicians. American Family Physician. 97(3), 187–192. https://www.aafp.org/afp/2018/0201/p187.html.

Stop Bullying https://www.stopbullying.gov/cyberbullying/prevention

Chris Kennedy

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